Ausstellungen

Spor Klübü

Seit 2005 titelten Zitate vergangener Dekaden (meist aus den 1980er Jahren) die jährlichen One Night Group Shows Ende November im Spor Klübü. Andere Projekte und insbesondere die Pandemie hatten zu einer 4-jährigen Pause dieses Ausstellungsformates geführt. Dieses Jahr wird der Faden wieder aufgenommen. „ZERO TOLERANCE“ steht als Begriff für viele zweifelhafte Strategien – insbesondere als Strategie der Kriminalitätsbekämpfung und Kriminalprävention. Hiermit wird der Polizei erlaubt – sozusagen präventiv – bei Ordnungsverstößen unterhalb der Straftatenschwelle, sogenannten Bagatelldelikten, hart ein- bzw. durchzugreifen. Bekannt wurde sie in den 1990er mit dem „New Yorker Modell“, gepowert vom republikanischen Bürgermeister Rudy Giuliani und dessen Polizeichef Bill Bratton, der sich damit auf die bereits in den 1980er Jahren aufgekommene „Broken-Windows-Theorie“ berief. In Folge geriet die Nulltoleranzstrategie als weltweiter Exportschlager und landete teilweise auch in der deutschen Kriminologie und Politik. Erfolg und Effizienz der Strategie blieben zweifelhaft und wurden offensichtlich nie eindeutig nachgewiesen. Die negativen Seiten lagen allerdings auf der Hand: übertriebene Freiheitsbeschränkungen, Entstehung von übermäßiger Polizeiwillkür und -gewalt, der Aufbau eines Kontroll- und Polizeistaats etc. Beim Überfahren einer roten Ampel mit dem Fahrrad in Manhattan oder beim offenen Alkoholkonsum auf der Straße musste man in den 1990er Jahren eben befürchten, im Gefängnis landen zu können. Eine weitere Nulltoleranzstrategie verfolgte die amerikanische Regierung unter Präsident Trump viele Jahre später im Hinblick auf die Einwanderung in die USA. Wenn legal oder illegal eingewanderte sowie asylsuchende Personen u.a. einen Eintrag im nationalen oder ausländischen Strafregister hatten, wurden sie umgehend inhaftiert und deportiert bzw. abgewiesen. Dabei wurden auch ohne Rücksicht Familien, z.B. Kinder von ihren Eltern, voneinander getrennt.

Was ist, wenn man die Nulltoleranz umdreht und aus einem anderen Blickwinkel betrachtet? Zum Beispiel genau gegen diese politischen Absichten und Akteur*innen und in der politischen Abgrenzung gegen rechts. Es kann nicht sein, dass z.B. einer Partei wie der AfD in Deutschland Toleranz entgegen gebracht wird, nur weil sie Menschen erreicht und Wählerstimmen erlangt, aber u.a. auf ein rechtsextremes, nationalsozialistisches, rassistisches, antisemitisches und queerfeindliches Gedankengut baut. Wer an dieser Stelle seine Nulltoleranzgrenze verlässt, seine Brandmauer einreist, erliegt der Komplizenschaft und macht den Rechtsextremismus hoffähig.


AHGB Haus 1, Stieffring 7, 13627 Berlin
Lichtenberg Studios

Interaktion im Außenraum




Artists Unlimitet Galerie, August-Schroeder-Str.1, 33602 Bielefeld
Pestalozzistr.6, 34119 Kassel
RAUM4 Michael Horbach Stiftung, Wormser Str.23, 50677 Köln

Bastian Hoffmann
Julia Werhahn
Laura Dechenaud
Lukas Marxt

NOW YOU'RE IN THE MIDDLE
Raum4
Michael Horbach Stiftung
Wormser Str.23
50677 Köln
02.12.18-05.01.19
FINISSAGE: 05.01.19 at 18:30

Öffnungszeiten:
Mi: 15:30-18:30
Fr: 15:30-18:30
So: 11-14


FLUGWERK Osloerstr. 12, 13359 Berlin
FLUGWERK Osloerstr. 12, 13359 Berlin

Bauvorhaben unterliegen während der Umsetzung Änderungen, es kommt zu Abweichungen und Variationen auf dem Weg von Idee zum Ist- und Sollzustand. Notwendige Handlungsimpulse und Lösung-versprechende Aktionsbereiche entstehen, Material und Werkzeug werden zu Mitteln der Kommunikation. Die Sehnsucht nach Verwirklichung, der Anreiz durch die Suche nach Perfektion und die provisorischen Lösungsversuche, die von diesem Streben übrig bleiben... In diesem Spannungsfeld entsteht spielerisch ein Regelwerk. Werhahn & Puschendorf nähern sich dem vermeintlichen Ist-Zustand und stellen sich den kollektiv konstruierten Sehnsüchten, die die Welt am laufen halten; eine Befragung des andauernden Prozesses der Konstruktion.






on show
Anomalie, Storkower Str. 123, 10407 Berlin

Julia Werhahn und Luisa Puschendorf entwickeln Skulpturen und raumspezifische Installationen. Mit unterschiedlichen Medien suchen sie Formen, die Zustände zwischen Konzentration und Ablenkung beschreiben: Aufenthaltsraumähnliche Szenarien, Videos von abstrakten Stadtfahrten, verformte Objekte und Bilder aus dem Alltag.






Am Sudhaus 2, 12045 Berlin
raumLABOR, Hamburgerstr. 267, 38114 Braunschweig
KW Institute for Contemporary Art
Ausstellungsserie  3 ½
ERÖFFNUNG 02/07/2015 19 UHR