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Bildhauerisch tätig sein (in der Vorstellung) (Auszug aus dem Buch "Hügel, Pfosten, Waschbeton")

Das Beobachten ist ein aktiver Prozess, in dem ich das, was ich wahrnehme, in meiner Vorstellung bearbeite und verwandle.  Ich greife ein in das Bild, welches mir entgegentritt, füge Material hinzu, nehme Material weg, verteile es um.
Eine kegelähnliche Form wird zu einem Kegel, eine fast gerade Linie wird eine schnurgerade Linie, eine Tendenz ins Rötliche wird zu „rötlich“. Ich bearbeite das, was sich mir zeigt, schleife eine Steinfläche, bis sie spiegelt, mähe eine Wiese zur Hälfte. Und ich lasse weg. Meist vereinfache ich die Form. Schon im Moment des Schauens bin ich imaginativ bildhauerisch tätig.